Alles was bei einer Badsanierung zu beachten ist

Veränderungen im Bad sind oftmals aufwendig, doch im Laufe der Jahre kommen die Wenigsten um eine Badsanierung herum. In der Regel wird nur alle 20-25 Jahre saniert, dafür fallen die Sanierungsarbeiten umfangreicher aus. Doch niemand möchte länger als nötig mit einer Baustelle leben, vor allem nicht im eigenen Haus. Eine Badsanierung bietet wiederum eine tolle Möglichkeit deine eigenen Wünsche umzusetzen und nochmal ganz von vorne anzufangen, damit du dich in deinem eigenen Badezimmer wohlfühlst und entspannst. Im Durchschnitt solltest du mit etwa 12 Arbeitstagen rechnen, dabei sind die Wochenenden und die eventuelle Wartezeit beim Trocknen noch nicht mit einberechnet.

Badezimmer

Dauer einer Badsanierung

Die Dauer einer Badsanierung hängt von vielen Kriterien ab. Wird das gesamte Bad saniert oder nur Teilbereiche?  Neben der Größe des Badezimmers spielen auch Planung und Organisation eine wichtige Rolle. Ein weiterer Faktor für die Sanierdauer ist das Alter des Objekts. Wenn du dennoch genauere Angaben zur Dauer deiner Badsanierung benötigst, kann dich ein Handwerker beraten.

Anforderungen

Jeder Mensch hat seine ganz eigenen Vorstellungen vom perfekten Bad. Die Wünsche könnten unterschiedlicher nicht sein, vor allem wenn es um den Stil und die Funktionalität geht. Sollen es bunte oder doch gedeckte Farben sein? Habe ich lieber eine Dusche oder eine Badewanne und wie sollen diese aussehen? Eine Familie mit Kleinkindern hat ganz andere Bedürfnisse als junge Erwachsene, Senioren oder Menschen mit körperlicher Einschränkung. Ganz egal, wie die persönlichen Bedürfnisse aussehen, sollte das Bad seinem Nutzen gerecht werden. Deshalb sollte man sich ausreichend Zeit nehmen und alles individuell planen.

Bestand

Je älter ein Objekt, desto länger dauern die Sanierungsarbeiten im Bad. Zeit kosten unter anderem fehlende Anschlüsse oder die Erneuerung von Wasserleitungen. Die Größe des Badezimmers ist ebenfalls von Bedeutung. Das bedeutet nicht, dass kleine Bäder schneller umgebaut werden. Das gilt dann, wenn nur ein Handwerker Platz hat und diese nicht parallel arbeiten. Rohinstallationen und Fliesen legen haben auch einen Einfluss auf den zeitlichen Aufwand.

Sanierumfang

Der Zustand des Bads und die Wünsche der Bewohner ergeben die Dauer der nötigen Arbeiten. Sobald du dein Bad komplett sanieren möchtest, wird das Badezimmer in den meisten Fällen entkernt und neu aufgebaut. Der Umbau startet damit, die Einrichtung durch unterschiedliche Maßnahmen zu schützen. Die Laufwege werden abgeklebt und mit Vlies versehen. Danach folgen die Demontage und Abriss des alten Bads. Anschließend beginnt die Roh- und Feininstallation, bis die Handwerker das sanierte Bad übergeben. Zeitaufwendige  Schritte sind unter anderem die Erneuerung von Rohrleitungen. Längere Trocknungszeiten entstehen, wenn man mit Naturputz arbeitet.

Ablauf einer Badsanierung

 

Planung

Mit der Badplanung gibst du deinen Ideen ein erstes Gesicht.  In die Planung gehören das Budget und die Auswahl von Sanitärobjekten, Armaturen und Fliesen. Die Auswahl der Ausstattung (Material, Design) ist fast grenzenlos. Soll es eine Badewanne, Dusche oder doch beides sein? Soll die Dusche im klassischen Stil oder modern sein? Lass dich durch Bilder oder Badezimmer von Bekannten inspirieren, um dein perfektes Badezimmer zu kreieren. Vergiss nicht, dass die Bedürfnisse und Nutzen eine im Vordergrund spielende Rolle einnehmen sollten. Die meisten Handwerker nutzen ein Computerprogramm, welches dir einen ersten Eindruck vom Badezimmer verschaffen kann.

Demontage

Bevor man mit dem Bau beginnt, wird das Bad auf die bevorstehenden Sanierungsarbeiten vorbereitet. Es werden Fußböden im Bereich der Laufwege mit einer Matte abgedeckt und Staubschutztüren werden eingesetzt. Danach muss alles raus – alle alten Sanitärgegenstände wie Badewanne, WC, Waschbecken, Rohrleitungen oder Fliesen. Entweder werden diese an anderer Stelle eingebaut oder wenn sie nicht mehr benötigt werden, entsorgt. Des Weiteren stemmen die Handwerker Rohrleitungen aus und bauen ein provisorisches WC ein, damit die wichtigsten Funktionen während der Umbauarbeiten erhalten bleiben.

Montage

Nachdem die alten Zu- und Abwasserleitungen abgestemmt und demontiert sind, werden diese nach einem Einrichtungsplan wieder verlegt und montiert. Ein Elektriker verlegt außerdem die Badbeleuchtung, baut Schalter und Steckdosen ein. In den nächsten Schritten schließt ein Fliesenleger sämtliche Wandschlitze und beginnt mit den Verputzarbeiten der Wände. Andere Arbeiten die anstehen, sind das Abhängen der Decke und die Verkleidung der Vorwandelemente. Anschlussstellen, Schlitze und Löcher sind zu schließen. Danach wird der Grundputz aufgetragen. Wünscht du dir eine Fußbodenheizung, dann wird diese verlegt und im Anschluss ist der Estrich an der Reihe. Je nach Estrich (Zementestrich, Anhydritestrich, Gussasphaltestrich oder Magnesiaestrich) kann es einige Tage oder Wochen dauern, bis weitergearbeitet wird. Nachdem der Estrich ausgetrocknet ist, setzen Handwerker die neuen Dusch- und Badewannen ein, außerdem verlegen sie die Wand- und Bodenfliesen. Nun kann der Maler die Decke und gegebenenfalls die Wände streichen. Der Fliesenleger versiegelt alles. Sobald sie Baumaßnahmen abgeschlossen sind, folgt die Endmontage der Sanitärgegenstände wie Heizkörper, Toilette oder Waschbecken, sowie der Armaturen.

Überprüfung, Reinigung und Übergabe

Im letzten Schritt der Badsanierung prüft der Elektriker die Schalter und Steckdosen auf ihre Funktionstüchtigkeit und baut Leuchten ein. Auch die weiteren Elemente werden noch einmal gründlich geprüft. Dein neues Traumbad wird gereinigt, damit es sofort funktionstüchtig bereitsteht.

Wohin während einer Badsanierung?

Eine Badsanierung dauert einige Tage, doch wohin während der Bauarbeiten?

Im Zweit- oder Gäste-WC kann man leicht die ersten Tage der Bauzeit überbrücken, doch was ist, wenn dieses keine Dusche besitzt? Wohnen Familienmitglieder oder Bekannte in der Nähe, darfst du bestimmt nach Absprache ihr Badezimmer vorübergehend mitbenutzen. Wenn du Mitglied in einem Fitnesscenter bist, kannst du den Service der Sanitäranlagen dort nutzen. Heutzutage gibt es auch die Möglichkeit eine Dusche zu mieten, diese benötigen meistens nur einen Kalt-, Warm- und Abwasseranschluss.

Sobald man kein Zweitbadezimmer vorhanden ist, gestaltet sich die Angelegenheit etwas schwieriger. Du könntest ein paar Tage zu deiner Familie- oder Freunden ziehen oder in den Urlaub fliegen. Eine Übergangslösung bieten mobile Sanitäranlagen. Die mobilen Bäder sind meistens vollwertig ausgestattet. Die Anhänger werden in unmittelbarer Nähe zur Wohnung oder zum Haus positioniert und über Schläuche  mit dem Trinkwassernetz verbunden. Die Wasserversorgung geschieht über Speicher.

Badezimmer

Kosten einer Badsanierung

Angaben zu einer Badsanierung sind nicht leicht zu machen, da sie von verschiedenen Kriterien abhängen . Du solltest den Umfang der Arbeiten (Größe, Komplett- oder Teilsanierung), die verwendeten Materialien, die Ausstattung und das vorhandene Budget beachten.

Bei einer Komplettsanierung solltest du folgende Leistungen beachten:

  • Elektriker: verlegt neue Stromleitungen
  • Installateur: verlegt und modernisiert Abwasserleitungen und Wasseranschlüsse, montiert die Sanitärmöbel,  installiert auch erforderliche Vorwandinstallationen
  • Fliesenleger: nimmt die alten Fliesen ab, bereitet den Untergrund vor und verlegt die gewählten Fliesen
  • Maler: streicht die nicht gefliesten Wände sowie die Decke

Als Daumenregeln kannst du dir merken, dass eine Badsanierung um die 10.000 Euro kostet. Grenzen nach oben gibt es kaum. Eine einfache Renovierung ist in der Regel kostengünstiger.

Fördermittel

Trotz hoher Kosten gibt es viele Sparmöglichkeiten. Gemeint sind Fördermöglichkeiten, wenn du dein Bad barrierefrei oder altersgerecht sanieren beziehungsweise umbauen möchtest. Förderungen für die barrierefreie Badsanierung werden von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gestellt.

Wenn du dein Badezimmer barrierefrei gestalten möchtest, lässt du dich von einem Fachmann beraten, der dir verschiedene Optionen zeigen kann und dir beim Ausfüllen der Verträge hilft.

Rollstuhl
  • Zuschuss

Geht es nur um eine Badsanierung, also eine Einzelmaßnahme, zahlt die KfW 10% der Kosten zurück. Es werden jedoch erst Beträge ab 200 Euro gestattet, das heißt es müssen mindestens 2.000 Euro in die Renovierung gesteckt werden. Außerdem kann man maximal eine Summe von 6.250 Euro rückerstattet bekommen.

  • Kredit

Die Alternative zum Zuschuss bietet der KfW-Kredit. Dieser wird ab 0,78% besonders günstig verzinst. Die höchstmögliche Darlehnssumme beträgt 50.000 Euro.

Des Weiteren müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Du solltest:

  • Eigentümer oder Vermieter einer Immobile oder einer Eigentumswohnung,
  • Ersterwerber einer sanierten Immobilie oder einer sanierten Eigentumswohnung,
  • eine Wohnungseigentümergemeinschaft sein

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